Praxis · 5 Min Lesezeit
Du postest seit Monaten. Die Qualität wird besser. Die Zahlen bleiben gleich oder sinken. Das ist kein Instagram-Problem. Es ist eines von drei Dingen. Finde in zehn Minuten heraus welches.
Wenn Instagram nicht mehr wächst, ist der erste Impuls meistens falsch. Die meisten denken: "Ich muss mehr posten" oder "Ich muss Reels machen" oder "Der Algorithmus hasst mich". Alles drei ist fast nie der Grund.
Der Grund ist fast immer einer dieser drei. Geh sie der Reihe nach durch. Stoppe bei dem ersten der bei dir zuschlägt.
Öffne deine letzten 12 Posts. Teile die Reichweite durch deine Follower-Zahl. Du bekommst einen Prozentsatz. Das ist dein tatsächlicher Reach-Rate an deinen eigenen Followern.
Liegst du unter 10%, ist das Problem nicht Reichweite. Es ist Content. Deine eigenen Follower swipen vorbei. Das heißt der Algorithmus zeigt dich bewusst weniger, weil er sieht: die interessiert das nicht.
Likes sind 2020er Währung. Der Instagram-Algorithmus im Jahr 2026 bewertet zwei Signale deutlich höher: Saves (Bookmarks) und Shares (über DM oder Stories).
Ein Like sagt: "Hab ich gesehen." Ein Save sagt: "Will ich wiederfinden." Ein Share sagt: "Das muss jemand anderes sehen." Die letzten beiden sind echte Kaufsignale auch wenn es nicht um Kauf geht.
Wenn deine Saves niedrig sind, liegt es fast immer daran dass dein Content zu breit ist. Breit wird konsumiert. Scharf wird gespeichert. "5 Tipps für Social Media" wird durchgescrollt. "Der 3-Fragen-Check ob deine Positionierung stimmt" wird gespeichert.
Geh in Insights und schau dir die letzten 30 Tage an. Wie viele Profilbesuche hast du? Wie viele neue Follower? Teile.
Wenn Leute auf dein Profil kommen aber nicht folgen, ist nicht dein Content das Problem sondern dein Profil. Der Content hat sie neugierig gemacht sie klicken. Dein Profil verkauft nicht warum es sich lohnt zu folgen.
Wenn Reach-Rate gut ist, Saves gut sind und Profil-Conversion gut ist aber du trotzdem nicht wächst, dann ist dein Content gut aber er bleibt im eigenen Teich. Du brauchst Kollaborationen, Reply-Content (andere Accounts antworten) oder Paid Boosts um aus deiner bestehenden Blase herauszukommen.
Das ist aber ein Luxusproblem. Die meisten Accounts kämpfen nicht mit "zu viel eigener Reichweite". Sie kämpfen mit einer der drei Diagnosen oben. Wenn du die gelöst hast, ist organisches Wachstum die Konsequenz, nicht das Ziel.
Instagram ist kein Wachstumskanal für alle. Wenn deine Kunden B2B-Entscheider in mittelständischen Unternehmen sind, verbringen die nicht zwei Stunden täglich auf Instagram. Dann ist die richtige Antwort nicht besseres Instagram sondern ein anderer Kanal.
Bevor du an deiner Instagram-Strategie arbeitest, stell die Frage: Ist Instagram überhaupt der richtige Ort für deine Zielgruppe? Wenn nicht, löst kein Content der Welt das Problem.
Wenn die Diagnose unklar bleibt
Bring deine letzten 30-Tage-Insights mit. Wir gehen die drei Diagnosen gemeinsam durch und klären als Erstes die wichtigere Frage: Ist Instagram überhaupt der richtige Hebel für dein Geschäft?
Diagnose gemeinsam klären →30 Minuten · Direkt mit Simon Förstemann